NACHRUF AUF INGA NIELSEN

Inga NIELSEN wurde 1946 im dänischen Holbæk geboren. Nach Studien in Wien, Stuttgart und Budapest, wurde sie an die Oper von Frankfurt/M engagiert, bis sie 1980 freischaffend tätig wurde. Zunächst war sie als Mozart-Sängerin u.a. bei den Salzburger Festspielen und in Covent Garden aktiv, wo sie große Erfolge als Konstanze feierte.

Mitte der neunziger Jahre folgte dann der Wechsel ins jugendlich-dramatische Fach, zu dem ihre helle, metallische Stimme glänzend paßte. Meine erste Begegnung mit ihr war auch gleichzeitig die Aufführung, mit der meine aktive Opern-Zeitrechnung beginnt: als Elsa im Hamburger "Lohengrin".

Es waren gerade die jugendlich-dramatischen, deutschen Partien, in denen sie großartige Leistungen zeigte wie als Elsa, Elisabeth ("Tannhäuser") oder Chrysothemis, die sie auch immer wieder nach Hamburg führten, ebenso wie die Jenny in "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Weill.

Unvergessen und unschlagbar wird sie mir als Salome in Erinnerung bleiben. Sie schaffte es vergessen zu machen, daß sie eigentlich vierzig Jahre zu alt für die Partie war, sowohl stimmlich als auch darstellerisch. Sie in dieser Rolle zu hören, war immer wieder ein Erlebnis.

Über ihre weniger erfolgreiche Senta und Tosca sei hingegen besser der Mantel des Schweigens gehüllt...

Ihre Stimme ist noch auf einigen wenigen Aufnahmen zu hören, so z.B. als kongeniale Salome an der Seite ihres Mannes, dem Baßbariton Robert Hale.

Inga Nielsen starb am 10. Februar 2008 im Alter von 61 Jahren in Gentofe (bei Kopenhagen) an den Folgen einer Krebserkrankung. WFS